symbolbild

Fluchtwege | Vera Bommer, Brencis Udris | Foto: Peter Walder

Die Grönholm-Methode

von Jordi Galceran | Regie: Felix Prader

«Wir suchen nicht einen guten Menschen, der nach aussen ein Arschloch ist. Was wir suchen, ist ein Arschloch, das nach aussen ein guter Mensch ist.»

 Katharina von Bock, Brencis Udris, Stefan Lahr, Andreas Storm | Foto: Tanja Dorendorf

 

Top Dogs auf dem Prüfstand: Vier Bewerber haben sich zur Endrunde des Auswahlverfahrens für eine äusserst attraktive Managerposition eingefunden. Sie werden mit einer ungewöhnlichen Bewerbungssituation konfrontiert: es gilt, unterschiedliche Aufgaben zu lösen, wobei die vier ganz auf sich gestellt sind. Jeder einzelne muss sich bewähren, ohne wirklich zu wissen, mit welchem Ziel die Aufgaben gestellt wurden oder was von ihnen erwartet wird. Schon die erste Aufgabe sät Misstrauen: unter den Bewerbern scheint sich ein Vertreter der Personalabteilung zu befinden. Beim Kampf um den begehrten Posten, der immer ungewöhnlichere Mittel fordert, wird auch das Privatleben der Bewerber nicht ausgespart.

Der spanische Theater- und Drehbuchautor Jordi Galceran hat ein hoch spannendes Stück über die groteske Entmenschlichung und den täglichen Psychowahnsinn der modernen Arbeitswelt geschrieben. Er beschreibt eine Situation, die von der unerbittlichen Konkurrenz zwischen Arbeitssuchenden und gleichzeitig sehr unterhaltsam vom Wahn um die Ressource Mensch erzählt. Ein besonderer Reiz liegt in der Dramaturgie des Stückes, die einige überraschende Wendungen bereit hält. Seit der Uraufführung 2003 avancierte die «Grönholm-Methode» zum internationalen Erfolgsstück.

Eine Hauptrolle in der auf Schweizer Verhältnisse übertragenen Inszenierung von Felix Prader wird Katharina von Bock spielen, bekannt aus Film («Groundings») und Fernsehen («Lüthi & Blanc»).

Felix Prader, geboren 1952 in Zürich, begann als Regieassistent bei Horst Zankl am Theater am Neumarkt, war dann Assistent von Peter Stein, Klaus Michael Grüber und Robert Wilson an der Berliner Schaubühne, wo er mehrere Male inszeniert hat, u.a. Robert Walsers «Familienszenen» und 1995 die deutschsprachige Erstaufführung von Yasmina Rezas «Kunst», die immer noch – mittlerweile am Burgtheater Wien – zu sehen ist. Darüber hinaus hat er u.a. in Genf, Basel, Düsseldorf, Bochum, Köln, in den USA, in Frankreich und in Spanien als freier Regisseur gearbeitet. In der vergangenen Spielzeit inszenierte er «Die Reifeprüfung» am Wiener Volkstheater und «Sechs Personen suchen einen Autor» von Luigi Pirandello am Staatstheater Mainz. Er ist Übersetzer von Theaterstücken, hat mehrere Romane für die Bühne bearbeitet und u.a. an der französischen nationalen Schauspielschule in Strassburg und am Mozarteum in Salzburg unterrichtet.

Regie: Felix Prader | Bühne und Kostüme: Werner Hutterli

Es spielen: Katharina von Bock, Stefan Lahr, Andreas Storm, Brencis Udris

Premiere: 23. September 2010

Dauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause

Rezensionen zu «Die Grönholm-Methode»