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Stücke
Die Premieren der Spielzeit 2010/2011
16. September 2010
Uraufführung
Der Richter und sein Henker
von Friedrich Dürrenmatt | Regie: Deborah Epstein
23. September 2010
Die Grönholm-Methode
von Jordi Galceran | Regie: Felix Prader
2. Oktober 2010
Schweizer Erstaufführung
Fluchtwege
von Nick Wood | Regie: Rüdiger Burbach
9. Dezember 2010
Frohe Feste
von Alan Ayckbourn | Regie: Rüdiger Burbach
29. Januar 2011
Schweizer Erstaufführung
Pinguine können keinen Kuchen backen
von Ulrich Hub | Regie: Andreas Storm
10. März 2011
Uraufführung
Festland
von Markus Werner | Regie: Hannes Glarner
15. Mai 2011
Freilichttheater
Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie
von Max Frisch | Regie: Manuel Bürgin
Die Premieren der Spielzeit 2011/2012
15. September 2011
Uraufführung
In der Nähe der grossen Stadt
von Ulrich Woelk | Regie: Rüdiger Burbach
24. September 2011
Schweizer Erstaufführung
Wir alle für immer zusammen
von Guus Kuijer | Regie: Klaus Hemmerle | Koproduktion mit dem Theater Winterthur
6. Oktober 2011
Schweizer Erstaufführung
Grüezi Kabul
von Jörg Graser | Schweizerdeutsche Fassung und Regie: Deborah Epstein
1. Dezember 2011
Kabale und Liebe
von Friedrich Schiller | Regie: Barbara-David Brüesch
26. Januar 2012
Das Ende vom Anfang
von Sean O’ Casey | Regie: Felix Prader
22. März 2012
Uraufführung
Beatles for Sale
Jukebox-Musical von Stephan Benson | Regie: Rüdiger Burbach | Musikalische Leitung: Till Löffler
29. Mai 2012
Freilichttheater
Kasimir und Karoline
von Ödön von Horváth | Regie: Markus Heinzelmann
Kasimir und Karoline
von Ödön von Horváth | Regie: Markus Heinzelmann

Motto: Und die Liebe höret nimmer auf.
Ödön von Horváth, Kasimir und Karoline
K asimir, der gerade seine Arbeit als Chauffeur verloren hat, will sich auf dem Oktoberfest mit seiner Freundin amüsieren. Weil er befürchtet, Karoline könnte ihn als Arbeitslosen weniger lieben, geraten sie in Streit, und er lässt sie stehen. Noch ein zweites Liebespaar streift über den Jahrmarkt: der Merkl Franz und seine Erna. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit kleinen Diebstählen. Kasimir trifft sie und steht prompt bei einem Diebstahl Schmiere. Franz wird geschnappt und kommt ins Gefängnis, Kasimir kümmert sich um Erna. Karoline bandelt mit dem Zuschneider Schürzinger an und lernt durch ihn Kommerzienrat Rauch kennen, der zum betuchten Gönner wird. Bei einer Spritztour erleidet der betagte Rauch am Steuer seines Wagens einen Herzanfall und Karoline rettet ihm das Leben. Doch nach dem Vorfall will er nichts mehr von ihr wissen. Zurück auf dem Rummel wollen Kasimir und Karoline sich versöhnen, doch vergebens. Das gegenseitige Vertrauen ist zerstört und zuletzt begnügen sich beide mit den Partnern, die die Umstände ihnen zugespielt haben: Karoline mit Schürzinger und Kasimir mit Erna.
Beatles for Sale
Jukebox-Musical von Stephan Benson | Uraufführung | Regie: Rüdiger Burbach

Das Ende vom Anfang
von Sean O’Casey | Deutsch von Johanna und Martin Walser | Regie: Felix Prader

«Das Lachen ist eine fröhliche Erklärung des Menschen, dass das Leben lebenswert ist.»
Sean O’Casey
D ie komische Katastrophe beginnt, als sich Bauer Darry Berrill, wie schon so oft, mit seiner Frau Lizzie über die Frage streitet, wer von ihnen die schwerere Arbeit zu leisten habe.
Aufgrund dessen tauschen sie die Rollen: Lizzie geht mähen und Darry stürzt sich in die Hausarbeit, unterstützt von seinem halbblinden Freund und Nachbarn Barry Derrill. Die beiden frisch gebackenen Helden des Haushalts tappen von einer Katastrophe in die nächste, denn in O‘Caseys Slapstick-Klassiker vollzieht sich der Untergang der Berrillschen Küche als Kampf mit den Tücken der Haushaltsobjekte in immer neuen Clownerien bis zum fulminanten Showdown …
Am Ende gibt es keine Gewinner, aber eine Gewissheit: dass wir uns nicht einzubilden brauchen, den ganz normalen Wahnsinn des täglichen Lebens beherrschen zu können.
Sean O'Caseys «Das Ende vom Anfang» ist ein Meilenstein irisch-britischen Humors, inszeniert von Felix Prader, der zuletzt mit grossem Erfolg «Die Grönholm-Methode» am Theater Kanton Zürich in Szene setzte.
Kabale und Liebe
von Friedrich Schiller | Regie: Barbara-David Brüesch
LUISE: Gift! Gift! O mein Herrgott!
FERDINAND: Deine Limonade war in der Hölle gewürzt. Du hast sie dem Tod zugetrunken.
LUISE: Sterben! Sterben! Gott Allbarmherziger! Gift in der Limonade und sterben! – O meiner Seele erbarme dich, Gott der Erbarmer!
FERDINAND: Keine Rettung, musst jetzt schon dahin – aber sei ruhig: Wir machen die Reise zusammen.
Friedrich Schiller, Kabale und Liebe

F erdinand liebt Luise, Luise liebt Ferdinand und Ferdinand liebt die Liebe. Er nennt sie ein «Riesenwerk». Doch wie lange kann dieses Werk dem Druck von Standesgrenzen und Intrigen standhalten? Denn die Liebe zwischen dem Präsidentensohn Ferdinand und der bürgerlichen Luise ist von den Vätern nicht gewollt.
Luises Vater, der Musiker Miller, missbilligt die Beziehung aus Argwohn gegen den verwöhnten Karrieristenspross und auch Präsident Walter hintertreibt die Verbindung mit allen Mitteln. Er hat für seinen Sohn eine Heirat mit Lady Milford, der Geliebten des Herzogs geplant, um seine eigene Laufbahn zu befördern. Als sich Ferdinand widersetzt und seine Liebe verteidigt, spinnt der Präsident gemeinsam mit seinem Sekretär Wurm eine perfide Intrige. Es gelingt ihnen, Luise Ferdinand verdächtig zu machen und so die grosse Liebe in ihrem Fundament zu erschüttern. Aus zärtlicher Verehrung wird rasende Eifersucht. Doch ist die Einschlagstelle wesentlich grösser als berechnet: am Ende dieses Spiels um Liebe und Macht gibt es nur Verlierer.
Wir alle für immer zusammen
von Guus Kuijer | Deutsch von Sylke Hachmeister | Regie:Klaus Hemmerle
Schweizer Erstaufführung | Koproduktion mit dem Theater Winterthur
POLLEKE: Mein Lehrer ist in meine Mutter verliebt! Mein Lehrer ist in meine Mutter verliebt! Kann man sich was Schrecklicheres vorstellen? NEIN! Na ja, mein Vater und meine Mutter sind schon lange geschieden. Verboten ist es also nicht direkt. Meine Mutter ist eine liebe Mama. Mein Lehrer ist ein netter Lehrer: Aber die beiden zusammen? Das ist ja wohl abartig.
Guus Kuijer, Wir alle für immer zusammen
E in ganz normaler Schultag wirft das Leben der 11-jährigen Polleke aus der Bahn. Auf die Frage ihres Lehrers, was sie werden will, antwortet Polleke «Dichterin», wie ihr Vater, auch wenn der keine Gedichte schreibt und nur wie ein Dichter aussieht. Daraufhin macht ihr Freund Mimun mit ihr Schluss, weil es in seiner Kultur nicht erlaubt ist, dass Frauen Dichter werden. Wütend schreibt sie ihm: «Deine Scheisskultur kannst du dir sonstwohin stecken!», was aber nicht Mimun, sondern der Lehrer in die Hände bekommt. Statt des geplanten Berufsprojekts will dieser nun ein Antirassismusprogramm starten.
In der Nähe der grossen Stadt
von Ulrich Woelk | Uraufführung | Regie: Rüdiger Burbach
THEO: Vögelchen, was auch immer dich heute nervt: Es gibt eine Fertigkeit, die ich sehr schätze: Die des Vergessens. Sei lieb und nimm dir ein Beispiel an mir. Alles, was mir nicht passt, habe ich unter der Dusche innerhalb von wenigen Minuten aufs Virtuoseste vergessen. Nur deswegen geht’s mir gut. Das ist mein Credo: Erinnern ist eine Technik, Vergessen eine Kunst.
JETTE: Das ist ein zitabler Satz, Papa. Für diesen Satz verzeihe ich dir eine Menge. Könntest du ihn mir schenken?
THEO: Na, wer sagt’s denn? Das ist mein Vögelchen! Ich schenke dir jeden Satz, den du willst. Philipp, komm her. Dieses Wochenende wird ein sensationeller Erfolg. Jette hat Kurs auf den Nobelpreis genommen. Du hast geheiratet. Und ich werde morgen sechzig. Ab jetzt wird gefeiert. Wollen wir doch mal ehrlich sein: Es wagt ja keiner auszusprechen, aber in Wirklichkeit ist das Leben fantastisch!
Ulrich Woelk, In der Nähe der grossen Stadt
Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie
Komödie in fünf Akten von Max Frisch
Regie: Manuel Bürgin
Don Gonzalo: Tod dem Verführer!
Donna Elvira: Halt! Seid ihr von Sinnen? Ich bitte um Verstand. Pater Diego, warum sagen Sie kein Wort?
Pater Diego: Ich -
Don Juan: Was soll der Pater schon sagen? Er versteht mich am allerbesten. Warum hat er denn nicht geheiratet?
Pater Diego: Ich?
Don Juan: Zum Beispiel Donna Elvira?
Pater Diego: Bei Gott -
Don Juan: Er nennt es Gott, ich nenne es Geometrie; jeder Mann hat etwas Höheres als das Weib, wenn er wieder nüchtern ist.

Brencis Udris, Andreas Storm, Anna-Katharina Müller | Foto: Tanja Dorendorf
Fluchtwege
von Nick Wood | Regie: Rüdiger Burbach | Schweizer Erstaufführung
«Wen sollen wir diese Woche hassen? Wer ist anders? Es kostet zuviel Energie, Menschen zu hassen. Und wofür?»

Brencis Udris, Vera Bommer | Foto: Peter Walder
Fremd in der Schweiz: Riva und ihr Bruder Andrea sind als Flüchtlinge in die Schweiz gekommen. Sowohl ihr Onkel als auch ihr Vater wurden Opfer des totalitären Regimes, vor dem sie mit ihrer Mutter geflohen sind. Doch nach ihrer Ankunft in dem neuen Land hören die Probleme und Diskriminierungen nicht auf. Rückblickend erzählen die beiden, wie sie gelernt haben mit der Trauer um ihren Vater umzugehen, eine neue Sprache zu sprechen und neue Freunde zu finden, ohne sich selbst aufzugeben. So stehen sie nun wieder vor einem Neuanfang, dem sie mutig, neugierig und ein bisschen ängstlich entgegensehen können.
Auf einfühlsame Art und Weise erzählt der britische Autor Nick Wood in «Fluchtwege» von den Umständen der Vertreibung und dem Trauma der Flucht. Es geht um die Auflösung von Heimat, um das Nichtdazugehören in einer fremden Gesellschaft, die Schwierigkeiten, sich auf eine neue Umgebung einzulassen und die Vorbehalte, die einem dabei entgegengebracht werden; aber auch um die kleinen hoffnungsvollen Neuanfänge. Das temporeiche Stück richtet sich sowohl an Jugendliche als auch an Erwachsene und nutzt den Wechsel von Darstellung im Spiel und Erzählung sehr geschickt und ermöglicht den beiden Schauspielern in fliessenden Übergängen den Wechsel in zahlreiche Rollen.


Info ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18
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